Marianne Greber

zBreagaz Kuenstler Marianne Greber

* 1963 in Andelsbuch, lebt und arbeitet in Wien
Autodidaktin, Diplomschule für Künstlerische Photographie bei Friedl Kubelka 1995.
www.mariannegreber.at

Ausstellungen (Auswahl): Steven Cohen The Wandering Jew, XI. Biennale Havanna 2012 sowie Aichi Triennale Nagoya 2010 Japan; Steven Cohen No fashion, please!, Kunsthalle Wien 2011/2012; Sou Glamour, Künstlerhaus Wien 2008.

„A Última Ceia“ mit Luana Muniz, Tania, Bruna, Michele, Crislainy, Carla Muniz, Carr, Yvonne, Sandra, Valéria, Tabata, Giselle, Beyb Luana. Das Fotowerk entstand im Rahmen des Projektes SOU GLAMOUR und ist im Semi-Dok-Film „Vom Leben dazwischen – Das dritte Geschlecht von Rio“ zu sehen. Ein Film von Marianne Greber in Koproduktion mit dem ORF, 2008.

„Mutter Xandinha kommt mit ihrem Mann, Rodrigo. Sie hat sich gerade umoperieren lassen und strahlt glücklich. Sie ist überlegt, bestimmt, mütterlich, ruhig und aufgedreht zugleich. Am Largo da Visconte de Lapa feiern einige Lesben Geburtstag, die uns einladen. Einige Tänzchen. Wir essen gebackenes Gemüse und trinken Wasser. Wir reden viel, alle reden viel, nur Rodrigo hört geduldig zu. Wir diskutieren über meinen Gedanken, die Fotoarbeit, die ich mit Elle Malaguty angefangen hatte, mit Luana auf dem „roten Teppich für alle“, den Oscar Niemeyer auf der Rampe im MAC von Niterói errichtet hat, fortzusetzen. Erst Tage später sagt sie, dass sie die Arbeit verstehe und bereit wäre, möchte mir aber erst ihr Wunschbild zeigen. In einer Schule um die Ecke zeigt sie mir ein von der Sonne und Hitze gebleichtes Foto, das das Letzte Abendmahl mit Straßenkindern darstellt. Sie ist berührt. So eine Arbeit möchte sie mit Transvestiten, mit Prostituierten machen. Ihr Traum seit Jahren. Wir realisieren das Bild in einer Schmiede – mit zwölf Transvestiten, einem Schwarzen in der Mitte, Brot, Wasser und Kondomen auf dem Tisch, die „Jesus“ nach dem Mahl allen mit auf den Weg geben wird. Erst nachdem wir das Bild realisiert hatten, erzähle ich Luana von den ‚10 Geboten sich zu prostituieren‘, die ich angeregt hatte und die Taya Brinka in Europa in Schriftform gebracht hatte.“
(Textauszug aus dem Fotoband SOU GLAMOUR, S. 118, Bucher Verlag, 2008)

© Portraitfoto: Irina Gavrich