Barbara Vögel

zBreagaz Kuenstler Barbara Vögel

* 1959 in Mellau, lebt und arbeitet in Wien

1978 Umzug nach Wien, Produktionsassistentin bei verschiedenen Filmgesellschaften in Wien und Deutschland, Castingdirector Dor Film Wien, dreimonatiger Aufenthalt in Ost-Grönland und Arbeit in einem Hotel.
www.barbara-voegel.com

Ausstellungen (Auswahl): Einzelausstellung: „Kulturraum Bregenzerwald“, Bezau (2005), Einzelausstellung „WAITING“, Galerie Ruth Maier/Wien (2006), Einzelausstellung„short pornos“, Mican Film/Wien (2007), Einzelausstellung „short pornos“, Galerie „feminine Lebensart“, Wien (2008), Teilnehmerin bei „EMERGING ARTISTS“, Essl Museum/Klosterneuburg (2008/2009), „LANGE NACHT DER MUSEEN“ Götzis (2009), Künstlerinnen-Kooperation „FUNDSTÜCK-SCHAL“ mit Tamara Dakura, Werkstätte Humboldtplatz und Essl Museum (2009), Gruppenausstellung „WIR LEBEN UND ARBEITEN IN WIEN“, Wien (2010), Teilnehmerin „KNIT HER STORY“ – Fundstück-Collage, in Kooperation mit Martina List & Kati Krusche (2011).

Wie ich arbeite
Die Collagen entstehen aus Dingen, die ich finde. Nein, die mich finden. Überall auf der Welt. Papierschnipsel, Plastik-, Holz-, Metallteilchen. Einkaufslisten, Nachrichten auf „fremden“ Zetteln. Verkleinerte Entsprechungen – Imaginationen meiner Welt(en). DAS FREMDE ist schön, sinnlich. Exakt meins. Verwende nur selbst Gefundenes. Alle Fundstücke bleiben immer und in jedem Fall unverändert, streng im aufgefundenen Originalzustand. Nichts wird gereinigt, gefaltet, geschnitten, oder sonstwie manipuliert. Niemals! Die Dinge tragen Geschichte ja bereits in sich. Bildtitel kommen intuitiv immer linkshändig daher, obwohl Rechtshänderin. Oft in Englisch. Signatur verändert sich je nach Arbeitsphase mit. Mein Leben lang bis an die Schmerzgrenze VISUELL. Hundert Augen in mir gleichzeitig zu bewältigen. Die Fundstücke helfen, sind für mich ZEICHEN, Totems und Wegweiser in den Städten, zu Ausfallstraßen unter den freiem Himmel und zurück. Originalstücke, Spuren persönlicher, anonymer Moment-Chroniken mir völlig unbekannter Menschen. Später erst eigene Geflechte und Verbindungen, Orte, Träume, BILDER, Geheimnisse, Reisen, Sex und Tod. An keinem Tag weiß ich, was mich findet, welche Geschichte daraus wird. Bringe die Fundstücke auf dem Papier miteinander in Verbindung. Vertraute und neue Zusammenhänge. Vergangenheit, Zukunft, Jetzt. Sie eröffnen sich mir voll Energie, sehr lebendig. Vor allem: SICHTBAR, während ich selbst das Gefühl habe, unsichtbar zu sein, erst durch Fertigstellung eines Bildes eigene Konturen wieder fühlbar. Sehen, aufheben, verarbeiten ist Kontaktaufnahme mit der Welt, wie ich sie erlebe. Bleibe so im Dialog anstelle von Wortlosigkeit. SPANNUNG. Aus dieser beginnt sich in Kombination mit weiteren Fundstücken ein BILD zu entwickeln. MEIN BILD auf Papier. Der komprimierte Blick. ENTSPANNUNG. Zwischen den Fundstücken und mir eine Art geheime Kommunikation, spannende Dialoge, stille Abmachungen - weisen der leidenschaftlichen Spurenleserin in mir den Weg. Folge lustvoll diesen tracks entlang meiner inneren Wegweiser und Leitsysteme. Helfen mir, zu FINDEN, oder zu ENTKOMMEN. Die Arbeiten bändigen Einsamkeit, Eingeschlossen- und Verlorensein in Straßen, Verglühen in heißen Sonnen, verdichten-vergrößern die Welt. Schaffen Platz für Träume, führen das Unerträgliche ad absurdum, machen die Welt durch ihre stille, für mich so intensive Präsenz zu einem surreal-sinnlich-spannenden, wunder-schönen, oft auch erschreckenden Ort.
Collagen-machen in Phasen. Pausen. Neuanfang. Berge von Fundstücken vor mir. Umeinander herumstreichen, stummer, intensiver Dialog. Langer, konzentrierter Arbeitsprozess. Löcher in undurchdringlichen Mauern werden für mich sichtbar. Alles ist und bleibt in Bewegung. ESCAPE! Ich bin süchtig nach der STILLE in meinen BILDERN. (Barbara Vögel)

© Fotos: Pilo Pichler